Als Hightech-Schmiede Deutschlands hat der Freistaat mittlerweile europaweit Bekanntheit erlangt. Bayerische Hyperscaler wie der europäische Spacetech-Pionier Isar Aerospace, das Software-Unternehmen Celonis, oder EOS, ein weltmarktführender Anbieter von industriellem 3D-Druck, ziehen Investoren nach Bayern. Die Gründe dafür umfassen einzigartige Standorteigenschaften und ein belastbares Netzwerk aus Anlaufstellen und Acceleratoren. Mit rund 30 Jahren Erfahrung in Tech-Finanzierungen zählt Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, in diesem Hightech-Ökosystem zu den wichtigsten Akteuren für Venture-Capital-Finanzierungen von der frühen Seed- bis zur ScaleUp-Phase. Bayern Kapital ist ein wichtiger Partner für Start-Ups & Scale-Ups, Venture-Capital-Fonds, Corporates Family Offices – und Business Angels.
Was macht Bayern als Standort für Angel-Investments attraktiv?
In Bayern sind die Standortvoraussetzungen und Erfolgsaussichten für Start-Ups und Scale-Ups aus verschiedenen Gründen besonders günstig. In der bayerischen Landeshauptstadt sind mit der Technischen Universität München (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zwei international renommierte Spitzenuniversitäten ansässig. Bayernweit gibt es zahlreiche Forschungseinrichtungen wie Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, der Hemholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, die weltweit renommierte Spitzenforschung betreiben. Hinzu kommt Unterstützung aus der Politik durch zahlreiche Programme und Fördermaßnahmen, sowie ein starkes Industrie-Ökosystem bspw. in den Bereichen Automobil, Maschinenbau, Chemie und Elektronik, dass die Nachfrage nach innovativen Lösungen antreibt und DeepTech-Start-Ups perspektivisch Zugang zu ersten, oftmals international in ihren jeweiligen Branchen führenden, Kunden bietet. In den vergangenen Jahren wurden auch weitere Hightech-Cluster jenseits der Landeshauptstadt gebildet, etwa das „Medical Valley“ in der Metropolregion Nürnberg oder der Biotech-Accelerator „Biopark“ in Regensburg. Zudem wurden in ganz Bayern digitale Gründerzentren geschaffen, in denen sich bereits zahlreiche innovative Start-Ups angesiedelt haben.
Auch das Umfeld kann sich sehen lassen: Events wie die „Bits & Pretzels“ erregen inzwischen auch international Aufmerksamkeit – im Jahr 2019 trat Barack Obama dort als Sprecher auf, im Jahr 2023 Michelle Obama. Zahlreiche Business Angels, die sich oft auch im BayStartUP-Investorennetzwerk engagieren, und eine Vielzahl von leistungsfähigen Venture-Capital-Investoren sind in Bayern ansässig.
All diese Faktoren beflügeln die bayerische Start-Up-Szene seit vielen Jahren. Sie sind ein wesentlicher Katalysator für den Erfolg von Venture-Investments und bieten Business Angels quasi wöchentlich neue, hochinteressante Investment-Gelegenheiten.
Wer ist Bayern Kapital?
In diesem leistungsfähigen und eng verdrahteten Netzwerk ist Bayern Kapital als Venture- und Growth-Capital-Investor des Freistaats Bayern mit derzeit einem Fondsvolumen von 700 Millionen Euro „under Management“ und aktuell (09/2024) über 100 aktiven Portfoliounternehmen einer der aktivsten, finanzstärksten und erfahrensten Investoren im DACH-Raum. Mit Investments von 250.000 Euro bis zu 25 Millionen Euro pro Unternehmen beteiligt sich Bayern Kapital an innovativen Technologieunternehmen, von der frühen Seed-Phase über die Wachstums- und Scale-Up-Phase bis zum Exit.
Der Fokus liegt dabei auf B2B-Geschäftsmodellen im HighTech-Bereich aus Branchen wie Life Sciences, Software & IT, Werkstoffe & Neue Materialien, Space Tech und Clean Tech. Auch hochkomplexe und forschungsintensive DeepTech-Unternehmen, etwa im Bereich Quantencomputer und Kernfusion, zählen zum Investmentfokus von Bayern Kapital. Seit Gründung hat Bayern Kapital in über 350 Unternehmen investiert und zahlreiche Erfolgsgeschichten von der ersten Stunde an mitbegleitet, darunter Egym, Commercetools, Tubulis, Sirion, Proglove und viele weitere.
Warum ist Bayern Kapital für Business Angels interessant?
Bayern Kapital investiert immer im Konsortium mit privaten Investoren. Neben Business Angels zählen hierzu in erster Linie branchenbekannte Venture-Capital-Gesellschaften aber auch Family Offices und Corporate VCs. Die Konstellation im Konsortium bietet für alle Parteien klare Vorteile: Durch die Zusammenarbeit erhält das Zielunternehmen Zugang zu zusätzlichem bzw. größerem Finanzierungsvolumen, mit dem das Start-Ups sein Wachstum noch einmal erheblich beschleunigen kann. Start-Ups und Co-Investoren profitieren durch die gemeinsame Investition mit Bayern Kapital zudem von einem weitläufigen Netzwerk, das für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens von großem Wert sein kann, sowie von mehr als 30 Jahren an Hands-on-Erfahrung im Venture-Capital-Geschäft mit all seinen Facetten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Risikomanagement. Durch die gemeinsame Investition im Konsortium teilen die Parteien das Risiko, was insbesondere in den frühen Phasen eines Start-Ups von großer Bedeutung ist. Business Angels müssen damit nicht das gesamte Risiko allein tragen. Business Angel verfügen oft über spezifisches Fachwissen, unternehmerisches Know-How und eine enge Verbindung zu den Gründern. Während institutionelle Investoren wie Bayern Kapital sich typischerweise um die Due Diligence und Strukturierung des Deals sowie während der Beteiligung um die Skalierung der Unternehmen kümmern, ergänzen die Business Angels diesen Prozess in vielen Konstellationen durch ihre praktische Erfahrung und Expertise, die sie direkt in die Entwicklung des Start-Ups einfließen lassen und so die Erfolgschancen des Unternehmens erhöhen.
Interessante Finanzierungsperspektiven ergeben sich in vielen Fällen regelmäßig durch Corporate Ventures und Netzwerkveranstaltungen vor Ort sowie durch andere in der Region etablierte Akteure im bayerischen HighTech- und Gründer-Ökosystem, darunter das BayStartUP-Investorennetzwerk. Allein im Jahr 2023 war Bayern Kapital an über 40 Finanzierungsrunden (Erst- und Folgerunden) beteiligt, bei vielen dieser Unternehmen sind auch Business Angels engagiert. Bayern Kapital hat bereits bei zahlreichen Gelegenheiten mit Business Angels Konsortien gebildet, die zu erfolgreichen und hochprofitablen Exits führten. So wurde beispielsweise die Fazua GmbH nach dem Erstinvestment 2014 im Jahr 2022 im Rahmen eines Exits an Porsche verkauft und beschäftigt heute mehr als 200 Mitarbeiter.
Was erwartet Bayern Kapital von seinen Partnern und Business Angels?
Neben Klarheit über die eigene Investment-Strategie ist es für einen Business Angel ebenso wichtig, dass das potenzielle Portfolio-Unternehmen zu den eigenen Vorstellungen und der eigenen Expertise, Backround und Netzwerk passt. Ebenfalls ein wichtiger Erfolgsfaktor ist – insbesondere im Seed- und Frühphasenbereich – eine starke Unternehmerpersönlichkeit. Die Chemie zwischen allen Beteiligten muss stimmen, und die gegenseitigen Erwartungshaltungen sollten übereinstimmen. Als Investor ist es grundsätzlich ein guter Rat, sich nur in Fällen zu engagieren, in denen man an den Gründer und seine Idee bzw. seine Vision glaubt.
Bayern Kapital legt außerdem besonderes Augenmerk darauf, dass ein echtes Wachstumsszenario oder ein Szenario mit einem absehbaren Break Even Point vorliegt. Zudem muss die Marktperspektive gegeben sein: Hat das Unternehmen einfach nur eine tolle Technologie, oder löst es tatsächlich ein echtes Kundenproblem? Bewegt sich das Start-Up in einem Verdrängungsmarkt, gibt es Markteintrittsbarrieren oder (zu) starke Konkurrenten? Erfolgsentscheidend ist erfahrungsgemäß ein gemeinsames Mindset zur Renditeerwartung, zur Risikobereitschaft, aber auch zur effizienten Verwendung der bereit gestellten Mittel, zur Langfristigkeit des Investments, zum CapTable und zu Follow-On-Investitionen.
Welche konkreten Schritte laufen bei einer Finanzierung mit Bayern Kapital ab?
Bayern Kapital führt als institutioneller Investor eine professionelle und strukturierte Due Diligence durch. Sie umfasst eine detaillierte Analyse der Geschäftsmodelle, Finanzpläne und Marktchancen der Start-Ups. Gegebenenfalls folgt außerdem eine Tech-, Tax-, Legal-, Commercial und/oder IP-Due Diligence, dies unter anderem auch abhängig von der Unternehmensphase. Die Due Diligence wird in der Regel gemeinsam im Beteiligungskonsortium durchgeführt. Dies dient auch dem Aufbau von gegenseitigem Vertrauen unter den beteiligten Investoren und dem Gründerteam.
Typische „Red Flags“ umfassen unzureichende komplementäre Skills im Gründerteam, eine unpassende Shareholder- oder Deal-Struktur (beispielsweise zu viele nicht gepoolte Shareholder im Captable), schlechte KPI-Strukturen, ein unzureichender Finanzplan oder auch eine IP, die nicht im Unternehmen selbst liegt. Auch wenn kein echtes Kundenproblem gelöst wird, oder keine ausreichende Kommerzialisierbarkeit vorliegt, ist dies ein Grund zur Nichtinvestition. Eine so intensive Durchleuchtung des Investment Case kann Business Angels möglicherweise auf Red Flags hinweisen, die sie andernfalls mangels Kapazitäten oder Erfahrung übersehen hätten.
Bei erfolgreicher Due Diligence kommt eine Finanzierung grundsätzlich in Frage. Quasi unabdingbar ist eine den Entwicklungs- und Wachstumsphasen im HighTech-Segment angemessene Laufzeit im Funding, mindestens 18 bis 24 Monate, damit das Unternehmen mit den Mitteln der gemeinsamen Finanzierungsrunde in der Lage ist, operative Fortschritte und wichtige unternehmerische Meilensteine zu erreichen und so die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Anschlussfinanzierungsrunde zu erhöhen oder bereits den Break Even zu erreichen.
Wichtig ist auch, dass der Beteiligungsvertrag von Anfang an VC-übliche Klauseln enthält. Dazu zählen beispielsweise Klauseln zu Informationsrechten, zustimmungsbedürftigen Geschäften mit entsprechenden Quoren von Shareholdern und/oder Board, ggf. meilensteinbasierten Auszahlungen, Verwässerungsschutz (Anti-Dilution), Vorerwerbsrechte, Mitverkaufsrechte (Tag), Mitverkaufspflichten (Drag), Liquidationspräferenzen, Vesting, usw.
Kommt ein gemeinsamer Beteiligungsvertrag zustande, begleitet Bayern Kapital das Start-Up mit allen Co-Investoren partnerschaftlich und mit langfristigem Commitment. Dies kann beispielsweise die strategische Beratung und Zugang zu einem breiten Netzwerk an Experten und potenziellen Geschäftspartnern umfassen, aber auch die Bereitstellung von zusätzlichem Kapital in späteren Finanzierungsrunden.
Dabei legt Bayern Kapital als Partner großen Wert auf Transparenz und einen offenen Austausch von Informationen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, einschließlich der Gründer, Business Angels und uns als VC, ist notwendig, um gemeinsame Ziele zu erreichen und das Wachstum des Unternehmens zu fördern. Business Angels nehmen idealerweise aktiv an Board-Meetings teil, bringen ihre Netzwerke und Ressourcen ebenfalls aktiv ein und teilen ihre Erfahrungen und Einsichten, um die strategische Ausrichtung und das Wachstum des Unternehmens zu verbessern.
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Die Kooperation mit Business Angels ist ein wichtiger Bestandteil der Investmentstrategie von Bayern Kapital. Durch die gezielte Zusammenarbeit und den Austausch von Wissen und Ressourcen können Konsortien, in denen Bayern Kapital engagiert ist, gemeinsam die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Start- und Scale-Ups steigern. Die Dynamik, die technische und kommerzielle Expertise von Business Angels mit ihrem Netzwerk in Kombination mit dem strukturierten Vorgehen eines institutionellen Investors sind im Venture-Capital-Geschäft eine vielversprechende Kombination. Zahlreiche gemeinsame Investments bestätigen diesen Ansatz.
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