10. 03. 2026 / Portfolio

Eine KI-gestützte Plattform zur Erkennung von Deepfakes: Bayern Kapital beteiligt sich erstmals an der Neuramancer AI Solutions GmbH

  • Landshut/Rosenheim, 12. März 2026 – Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, beteiligt sich mit dem Innovationsfonds EFRE II erstmals an der Neuramancer AI Solutions GmbH. Neuramancer entwickelt eine proprietäre, KI-gestützte Plattform zur Erkennung von Deepfakes und hat erfolgreich eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 1,7 Millionen Euro abgeschlossen. Neben Bayern Kapital beteiligten sich der Lead-Investor Vanagon Ventures sowie der neu gegründete ZOHO.VC, das Family Office Lightfield Equity und mehrere Business Angels. Die Mittel aus dieser Finanzierungsrunde wird Neuramancer nutzen, um seine Technologieplattform weiterzuentwickeln und die Kommerzialisierung und den Markeintritt voranzutreiben. 

Mit der zunehmenden technologischen Weiterentwicklung und breiteren Nutzung von künstlicher Intelligenz und Large-Language-Modellen wird es auch für Unternehmen immer wichtiger, Deepfakes und andere mithilfe von KI generierten oder bearbeiteten Medien zuverlässig erkennen zu können. Bild-, Video- und andere Dateien können immer öfter einfach per Knopfdruck gefälscht oder manipuliert werden – von Bewerberunterlagen in Bewerbungsprozessen bis hin zu Schadensdokumenten in der Versicherungsbranche. 

 

Die Neuramancer AI Solutions GmbH hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, um solche Fälschungen und Manipulationen zu erkennen. Die KI-gestützte Plattform des Unternehmens basiert auf einer von Mitgründer Anatol Maier an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelten Methodik und analysiert inhaltsunabhängig statistische Artefakte in Bild- und Videorauschen und kombiniert diese Analyse mit probabilistischen KI-Verfahren. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf Unabhängigkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Die Neuramancer-Technologie basiert komplett auf proprietären Algorithmen und ist nicht auf die Black-Box-Modelle anderer Anbieter angewiesen. Zudem liefert sie mathematisch nachvollziehbare Beweise, warum eine Datei gefälscht bzw. manipuliert ist und verfügt damit über eine besonders niedrige Falsch-Positiv-Rate. 

 

Neuramancer plant, ihre Technologie zunächst für den Einsatz in der Versicherungsbranche zu skalieren, um zu überprüfen, ob eingereichte Schadensdokumente digital bearbeitet wurden. In diesem Bereich hat das Unternehmen bereits erste namhafte Pilotkunden gewonnen und darüber hinaus ein Pilotprojekt im Bereich der Nachrichtenmedien angestoßen. Zudem trat Martin Sondenheimer, der zuvor unter anderem bei der Munich Re und der Allianz im Bereich Venture Building tätig war, dem Führungsteam von Neuramancer bei und wird als Chief Commercial Officer (CCO) den Markteintritt und die Kommerzialisierung der Neuramancer-Plattform mitvorantreiben. 

 

„Die Versicherungswirtschaft wird einen unserer ersten Fokusmärkte darstellen, denn Versicherungsbetrug durch KI-generierte und manipulierte Bilder und Dokumente wird ohne technische Hilfe immer schwerer zu erkennen. Martin passt perfekt in unser Team und kann dort gleich seine volle Expertise einbringen. Darüber hinaus sehen wir viele weitere Anwendungsfelder, die wir im laufenden Jahr gemeinsam explorieren werden”, sagt Anatol Maier, CTO und Co-Gründer der Neuramancer AI Solutions GmbH. 

 

„Deepfakes und andere mithilfe von KI manipulierte Inhalte werden immer öfter zu echten, wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen, beispielsweise gefälschte Schadensmeldungen im Versicherungsbereich. Die Neuramancer AI Solutions GmbH hat eine eigene Technologie-Plattform unabhängig von großen KI-Modellen entwickelt, die Unternehmen bei der Erkennung genau solcher Inhalte unterstützt. Mit Blick auf die rasante Weiterentwicklung von KI-Technologie wird dies eine immer wichtigere Fähigkeit für Unternehmen. Neuramancer hat sich damit ausgezeichnet in einem Wachstumsmarkt positioniert und ist für uns eine spannende Beteiligung“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. 

 

 

Über die Neuramancer AI Solutions GmbH 

Neuramancer AI Solutions GmbH entwickelt eine proprietäre Deepfake‑Erkennungstechnologie, die statistische Artefakte im Bild‑ und Videorauschen analysiert – unabhängig vom visuellen Inhalt. Dieser Ansatz wird mit sogenannten probabilistischen KI-Verfahren kombiniert, um ein hohes Maß an Erklärbarkeit des Analyseergebnisses zu erhalten. Co-Founder Anatol Maier entwickelte die Methodik ursprünglich im Rahmen seiner Forschung an der Friedrich‑Alexander‑Universität Erlangen‑Nürnberg (Lehrstuhl für IT-Sicherheit) und verfeinert die Algorithmik im Rahmen einer SPRIND Challenge, einem Innovations-Wettbewerb der Bundesagentur für Sprunginnovationen. Sie ermöglicht eine besonders robuste Identifikation von KI‑ und Bildmanipulationen. 

 

Das Unternehmen setzt auf enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, ein starkes Netzwerk in der deutschen KI‑Community und den Aufbau einer vertrauenswürdigen Marke, die europäische Unternehmen vor Desinformation und Betrug schützt. Mehrfach wurden die Experten von Neuramancer bereits von Faktencheckredaktionen bei fraglichen Videos und Bildern konsultiert. Begonnen haben die beiden Gründer Anika Gruner und Anatol Maier im Jahr 2024 im Rahmen des Media Lab Bayern Start-Up Fellowship. 

 

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.neuramancer.de/. 

 

Über Bayern Kapital

Bayern Kapital ist die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern und zählt mit rund 1,3 Milliarden Euro under Management, Beteiligungen von bis zu 50 Millionen Euro pro Unternehmen, über 120 aktiven Portfoliounternehmen und über 30 Jahren Erfahrung zu den leistungsstärksten und erfahrensten VC-Investoren im DACH-Raum. Der Fokus liegt auf Beteiligungen an innovativen Hightech- und DeepTech-Startups und Scaleups in Bayern, gemeinsam mit privaten Co-Investoren – von Pre-Seed über die Wachstumsphase bis hin zum Exit.

Seit der Gründung 1995 hat Bayern Kapital bislang über 650 Millionen Euro eigenes Beteiligungskapital in mehr als 380 Startups und Scaleups aus Branchen wie Life Sciences, SaaS, Climate-Tech, New Space, Kernfusion, Quantentechnologie oder KI investiert. So entstanden durch das aktive Bayern Kapital-Portfolio aktuell über 7.000 Arbeitsplätze.

Beispiele für zahlreiche bahnbrechende Erfolgsgeschichten, die Bayern Kapital bereits früh begleitet hat, sind Casavi, Catalym, commercetools, EGYM, EOS, Fazua, Immunic, Isar Aerospace, IQM, planqc, Parcellab, Proglove, Qbilon, Riskmethods, SimScale, Sirion, Tubulis, Marvel Fusion, OroraTech, Proxima Fusion, Akhetonics und viele weitere Tech-Pioniere.
www.bayernkapital.de