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Andreas Huber: Interview mit BayStartUP- Gesundheit von morgen Finanzierungschancen für Startups

Drei Fragen an Andreas Huber, Investment-Manager bei Bayern Kapital

 In den vergangenen Jahren hat sich die Finanzierungssituation auch am Gesundheitsmarkt für Startups allgemein verbessert. Für die Ausgabe 03/2019 unseres Magazins startUPdate haben wir unter anderem mit Andreas Huber, Investment-Manager bei Bayern Kapital, gesprochen. Bayern Kapital wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet und stellt als Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und jungen, innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital zur Verfügung. Huber ist optimistisch: „VC-seitig ist heute mehr Geld im Markt als noch vor ein paar Jahren. Man sieht größere Runden vor allem auf internationaler Ebene.“ Indem große Pharmakonzerne Innovationen oft nur zukaufen und sich auf späte klinische Phasen der Entwicklung und Vertrieb konzentrieren, ergeben sich große Chancen für Startups. Neben VCs sind auch Corporates und CVCs in diesem Segment immer stärker unterwegs.

 Herr Huber, wann sind Startups im Gesundheitswesen reif für den Exit?

 Das hängt von dem Sektor ab, in dem sie tätig sind. In der Medizintechnik ist oft der Proof-of-Market Voraussetzung, in Verbindung mit Umsätzen in signifikanter Höhe. Für Biotech-Startups gilt nach wie vor, dass Verträglichkeit und Wirksamkeit, d. h. Abschluss der klinischen Phase II, gezeigt werden muss. Im Hype der letzten Jahre in den USA ist ein Exit hier inzwischen aber auch früher möglich. Umsatz und Profitabilität sind dagegen nicht entscheidend, sondern eher das Entwicklungsportfolio-Potential. Im Bereich Digital Health sind für Startup-Unternehmen u. a. Selektivverträge in signifikanter Anzahl oder Kooperationen mit Industriekunden ausschlaggebend – hier gibt es aber noch zu wenig Erfolgsbeispiele in Deutschland, um ganz klare Aussagen treffen zu können.

 Wie entscheidet sich, ob ein IPO oder ein Trade Sale der richtige Exit für dieses Startup ist?

 Im Biotech-Sektor gibt es nach wie vor einen „IPO-Hype“ in den USA, der nur zwischenzeitlich abgekühlt war. IPO ist aber manchmal dort nur Zwischenstation auf dem Weg zur Übernahme, es wurden auch hohe M&A-Aktivitäten in den letzten Jahren verzeichnet. Biotech-IPOs in Deutschland sieht man dagegen gar nicht: hierzulande fehlen z. B. branchenerfahrene Investoren und Analysten. Zudem gibt es am Anfang der Kapital-„Nahrungskette“, den VC-Fondsinvestoren, keine großen Pensionsfonds wie in den USA, die Anlagemöglichkeiten suchen. Das Bayern Kapital-Portfoliounternehmen Immunic hat sich z. B. über einen Reverse Merger Zugang zum amerikanischen Kapitalmarkt verschafft. In der Medizintechnik liegt der Fokus eher auf M&A-Aktivitäten als IPOs.

Was machen Gründer nach einem Exit?

Sie bleiben häufig an Bord – gekauft wird für gewöhnlich „Regalmeter IP“ und das Know-how in den Köpfen, also werden diese Köpfe/Gründer zumindest für gewisse Zeit benötigt. Langfristig hängt das aber natürlich von der grundsätzlichen Unternehmensstrategie und -ausrichtung des Käufers ab, da kann es auch kurzfristig größere Korrekturen geben.

 

Weitere Informationen: www.baystartup.de